#techourfuture Auftakt im Technikmuseum Sinsheim – Zukunft autonomes Fliegen

Vergangenen Samstag, den 16. November 2019, ging die #techourfuture Veranstaltungsreihe in die erste Runde. Im Fokus stand das Thema „Zukunft Autonomes Fliegen – Über Lande und Leute“. Das zugrundeliegende Projekt Technologie*Begreifen wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg gefördert. Ziel dieses Projekts ist es, Zukunftstechnologien für Mitbürgerinnen und Mitbürger, vom Schüler bis zum Rentner, begreifbar zu machen.

„Begreifen“ wird dabei ganz wörtlich verstanden: Die Teilnehmer konnten brandaktuelle technologische Entwicklungen, wie den mit Helium gefüllten Flugträger h-aero oder die Emqopter Lieferdrohne, vor Ort live erleben und anfassen. Im Rahmen einer Technologie-Tour mit verschiedenen Tech-Stops hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, die gegenwärtigen und zukünftigen Einsatzgebiete von autonomen Flugobjekten kennenzulernen und mit Experten der jeweiligen Fachgebiete technische Grundlagen, Chancen und Risiken zu diskutieren. Mit anschaulichen Beispielen und interessanten Fragen rund um das autonome Fliegen führte Moderator Mirko Drotschmann alias MrWissen2go durch den Tag.

Erfahren Sie mehr über die Tech-Stops

Tech-Stop „Personenbeförderung“ | Prof. Dr. Michael Decker, Karlsruher Institut für Technologie

Und wenn wir einfach zur Arbeit fliegen? Fliegende Autos sind nicht nur schon lange in Science Fiction Filmen zu sehen, sie könnten auch das Stauproblem auf der Straße lösen! Ist das technisch überhaupt möglich? Und wie würde das unser Leben in der Stadt oder auch auf dem Land verändern? Und was sind eigentlich die Nutzungsszenarien? Private Flugautos? Oder doch eher Flugtaxis? Antworten auf diese Fragen und mehr gab es am Tech-Stop „Personenbeförderung“.

Tech-Stop „Lieferung“ | Marvin Bihl, Emqopter GmbH

Der Tech-Stop „Lieferung“ wurde von dem jungen Unternehmen Emqopter präsentiert, das sich mit der Herstellung und Entwicklung autonomer Technologien für unbemannte Flugroboter beschäftigt. Hierzu gehörte auch die Lieferdrohne von Emqopter, die erste ihrer Art im deutschen Luftraum, mit der ein autonomer, flexibler und effektiver Transport von Kleinteilen gewährleistet wird. Am Tech-Stop Lieferung konnten die Teilnehmenden nicht nur mehr über die komplexe Technik erfahren, die hinter einer Lieferdrohne steckt, um beispielsweise Kollisionen zu vermeiden und automatisch einen geeigneten Landeplatz zu finden, sondern auch die Lieferdrohne selbst hautnah erleben.

Tech-Stop „Sicherheit und Regulierung“ | Simon Kennert, Verkehrsministerium Baden-Württemberg

Wer kontrolliert eigentlich den autonomen Drohnenverkehr, wo dürfen autonome Flugobjekte überhaupt fliegen und wie lässt sich das Ganze kontrollieren? Dazu muss man sich mit den Grundsätzen der Regulierung und der Risikobewertung auseinandersetzen. Hierfür informierte der Tech-Stop „Sicherheit und Regulierung“ über den rechtlichen Rahmen für den Betrieb von unbemannten Flugobjekten.

Tech-Stop “Erdbeobachtung” | Dr. Csaba Singer, Hybrid-Airplane Technologies GmbH

Klima- und Umweltschutz durch autonome Flugobjekte? Wie die Bewältigung umwelttechnischer Probleme mit einem auch an sich nachhaltigen Flugkonzept aussehen kann, konnten die Teilnehmenden am Tech-Stop „Erdbeobachtung“ erfahren. Dr. Csaba Singer erläuterte, wie der h-aero® die Vorteile eines Hubschraubers, eines Flugzeugs und eines Ballons kombiniert und dadurch anders als ein Flugzeug senkrecht starten, auf der Stelle drehen und schweben kann. Darüber hinaus stand das h-aero® Team allen Fragen zu den vielfältigen Nutzungsszenarien von der nachhaltigen Wetterbeobachtung bis zur frühzeitigen Erkennung von Waldbränden Rede und Antwort.

Tech-Stop „Allgemeiner Luftverkehr“ | Vincenz Frenzel, Institut für Flugmechanik und Flugregelung der Universität Stuttgart

Von Stuttgart nach Atlanta ohne Pilot? Am Tech-Stop „Allgemeine Luftfahrt“ konnten die Teilnehmenden alles über die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich der Automatisierung im Allgemeinen Luftverkehr erfahren. Dabei wurden zunächst die Gründe für die Automatisierung und die sich ergebenden Möglichkeiten näher betrachtet. Zusätzlich wurde der Unterschied zwischen autonomem Fliegen und hochautomatisiertem Fliegen erläutert. Ein kurzer Videoausschnitt half als Einblick in die derzeitigen Entwicklungen zum automatischen Landen mit Flugzeugen der allgemeinen Luftfahrt.

Tech-Stop „Militärische Nutzung“ | Dr. Olaf Theiler, Planungsamt der Bundeswehr

Das „dritte Auge“ der Truppe: Militärische Nutzung von Drohnen und unbemannten Flugkörpern.

Der Einsatz von Drohnen im Militär wird von vielen Ängsten und Missverständnissen begleitet. Das liegt auch an der Komplexität des Themas und der Vielfalt möglicher Nutzungen. Drohnen sind für die Bundeswehr ein absolut notwendiges Schutzinstrument, bieten anderen, nicht durch das Völkerrecht und Grundgesetz gebundenen Akteuren, jedoch auch ein völlig neues Offensivpotential. Der Tech-Stop „Militärische Nutzung“ umfasste drei Themenblöcke: A) Komplexität des Themas: Von der gelenkten Aufklärungsdrohne zum Angriff „automatisierter“ Drohnenschwärme; B) Aktuelle Nutzung in der Bundeswehr und anderen Armeen: Aufklärung, Frühwarnung, Luftunterstützung; C) Zukunftsperspektiven: Stufen der Autonomie in der militärischen Nutzung. Auch am Tech-Stop „Militärische Nutzung“ wurden die Möglichkeiten der konzertierten Nutzung von autonomen Flugobjekten anhand von Videoausschnitten veranschaulicht.

 

Am Nachmittag konnte das Publikum im Rahmen eines Workshops selbst kreativ werden und eigene Einsatzszenarien und Zukunftsvisionen für das autonome Fliegen erarbeiten. Die Ergebnisse der Workshops wurden im Anschluss im Rahmen einer kleinen Filmpräsentation vorgestellt und von den anwesenden Experten diskutiert.

Einen Bericht der Rheinneckar Zeitung über die Veranstaltung finden Sie hier.

Die #techourfuture Fotostrecke finden Sie hier.

Hinter dem Projekt Technologie*Begreifen #techourfuture steckt auch ein innovatives Forschungsvorhaben, welches die Einstellungen in der Bevölkerung gegenüber Zukunftstechnologien genauer untersuchen will. Dazu hat das interdisziplinäre Forschungsteam des Ferdinand-Steinbeis-Instituts die Veranstaltung mit einer Reihe von wissenschaftlichen Erhebungen begleitet.

Im Anschluss an den erfolgreichen Auftakt geht das #techourfuture Team direkt in die Vorbereitungen für die zweite Veranstaltung, die sich Zukunftstechnologien aus dem Bereich der Medizintechnik widmen wird. Merken Sie sich schon jetzt Freitag, den 27. März 2020, für #techourfuture Zukunft Gesundheit – Medizin, Mensch, Technologie vor. Weitere Informationen zur kommenden Veranstaltung gibt es in Kürze hier.

Ihre Ansprechpartner zu diesem Projekt sind Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Norbert Höptner und Dr. Marlene Gottwald.

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