Das FSTI stellt sich vor – Dr. Michael Ortiz

Anlässlich des vierjährigen Bestehens des Ferdinand-Steinbeis-Instituts möchten wir Ihnen unser 30-köpfiges Team näher vorstellen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beantworten dazu jede Woche vier Fragen. Diese Woche ist Dr. Michael Ortiz an der Reihe.

Wie bist Du zum FSTI gekommen?

Ich bin sozusagen ein FSTI-Urgestein. Seit dem Neuaufbau in 2015 bin ich am Institut aktiv und leite dort den Forschungsbereich „Technologietransfer und Innovation.“ Damals hatten wir uns vorgenommen, die verschiedenen Forschungsbereiche als Säulen des Instituts aufzubauen und auszugestalten, und das Institut zwischen den Leitern dieser Forschungsbereiche partnerschaftlich und auf Augenhöhe zu entwickeln. Heute ist das FSTI merklich gewachsen und hat in vielen Forschungsbereichen eine gute Sichtbarkeit erreicht. Von meinem akademischen Hintergrund her bin ich Wirtschafts- und Organisationssoziologe, habe an der Universität Bamberg Soziologie, Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre studiert. An der Universität Mannheim habe ich 2012 im Bereich Innovationssysteme und Technologietransfer promoviert. Bereits seit 2013 bin ich in der Steinbeis-Zentrale und dort in Bereich der Unternehmensentwicklung tätig, mit dem Schwerpunkten Gründungsmanagement, Netzwerkaufbau und -moderation, Geschäftsmodellentwicklung, Instrumentenentwicklung, wettbewerblicher Wissens- und Technologietransfer und Unternehmens- und Strategieberatung. Dabei habe ich zahlreiche auch großvolumige Projekte geleitet, u.a. zur Entwicklung und Platzierung qualitativer Beratungstools und softwaregestützter Analyseinstrumente, zur Organisationsentwicklung und zum Clustermanagement. Beides gleichzeitig voranbringen zu können, den konkreten unternehmerischen Transfer im Steinbeis-Verbund und die duale wissenschaftliche Forschung am FSTI, ist eine absolut reizvolle Herausforderung!

Was verstehst Du unter Digitalisierung?

Viele meiner Kollegen am Institut würden hier vor allem technische Aspekte anführen, z.B. die Steuerungsmöglichkeit eines physischen Objekts durch sein virtuelles Abbild. Als Soziologe betrachte ich insbesondere die Einbettung dieses technologischen Entwicklungspfades in gesellschaftliche Systeme, Strukturen und Prozesse. Vor allem die institutionelle Einbettung digitaler Transformationsprozesse in sozio-technische Systeme auf der Makroebene stehen hier für mich im Vordergrund.

Woran arbeitest du derzeit am FSTI?

In einem Themenbereich betrachte ich aus dem Blickwinkel der Innovationsforschung Innovations-, Wissens- und Technologietransfersysteme als Konfigurationen spezifischer Governance-Dimensionen. In (international) vergleichenden Studien arbeite ich die jeweiligen Stärken und Schwächen dieser Innovations- und Transfermodelle heraus und leite Handlungsempfehlungen, Benchmarks und Best-Practice-Modelle für Unternehmen, Politik und Intermediäre ab. Aktuell arbeiten wir z.B. an einem Paper zu Entrepreneurial Ecosystems, in dem wir eine Systematik zur Analyse der Ausgestaltung regionenspezifischer Ressourcenpools als „Nährböden“ entwickeln.

Einen weiteren Schwerpunkt meiner Forschungstätigkeit bilden die Analyse, der Vergleich und die Entwicklung von Transferstrategien. Ich greife dabei bewusst neue Trendthemen auf, um hieraus Implikationen für entsprechende Managementkonzepte ausleiten zu können. Auch werden spezifische Management- und Beratungsinstrumente entwickelt, die bei der Weiterentwicklung und dynamischen Anpassung der strategischen Ausrichtung von Unternehmen, Transfersystemen und –akteuren zum Einsatz kommen können. Ein Fokusthema des Forschungsbereichs ist in diesem Zusammenhang der Wissens- und Technologietransfer X.0, also die Veränderung der Grundlagen, Strukturen und Mechanismen des Wissens- und Technologietransfers im Zuge der digitalen Transformation. Dazu arbeite ich aktuell intensiv am Aufbau und der Moderation von sogenannten Consulting Groups, aber auch von Expertennetzwerken und Agilen Teams. Diese haben unterschiedliche Schwerpunkte, eben in spezifischen Fachgebieten des Beratungsmarktes, in mittelständischen Geschäftsfeldern wie Simulationstechnologien, virtueller Inbetriebnahme von Maschinen und Anlagen, aber auch des sogenannten „Digitalen Zwillings“. Mit einem starken Bezug zum Handwerk moderiere ich derzeit mit Partnern den Aufbau einer digitalen Plattform im Schreinergewerk und zwei weitere Plattformprojekte. All diese Projekte sind dabei mein Reallabor, aus dem ich empirische Forschungserkenntnisse für die duale wissenschaftliche Forschung ausleite.

Ein dritter Punkt sind meine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im Feld der (international) vergleichenden Unternehmens-Kompetenzanalyse. In Hinblick auf das Innovations- und Transfermanagement befasse ich mich mit der konzeptionellen und empirischen Erforschung regionaler sowie branchen- und clusterspezifischer Unternehmenskompetenzprofile auf der Basis aktueller Ansätze und Analyseinstrumente, wie z.B. UKC-Research. Eine besondere Aufmerksamkeit liegt hierbei auf der Indikatoren-, Konzept- und Theoriebildung zu Unternehmenskompetenzen X.0, also den für Unternehmen notwendigen Kompetenzen, um die digitale Transformation erfolgreich meistern zu können. Hierzu haben wir vor Kurzem mit dem Unternehmen-Kompetenzcheck X.0 und dem Transformations-Kompetenzcheck ein Analyseinstrument online gestellt und arbeiten aktuell an der Platzierung und Evaluierung.

Schließlich leite ich auch die Forschungsbegleitung unseres Projektes #techourfuture. Hier wollen wir Instrumente und Veranstaltungsformate entwickeln, die helfen können, in der Bevölkerung die Akzeptanz von neuen (digitalen) Technologien zu erhöhen. Insbesondere fokussieren wir uns dabei auf Sorge vor Kontrollverlust, die wir derzeit verstärkt im Land beobachten.

Was würdest Du gerne erfinden, wenn du alle dazu nötigen Möglichkeiten hättest?

Auch ich wünsche mir die Umsetzung alter Menschheitsvisionen: Ich würde gerne den Replikator erfinden, der jedes Nahrungsmittel jederzeit und überall verfügbar machen würde. Auch würde ich gerne das Beamen erfinden, so dass die Grenzen von Raum und Zeit weniger einschränkend sein würden.

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